Ratgeber

EV-Ladesoftware für Installateure: Welche Softwareebene brauchen Sie wirklich?

„Ladesoftware für Installateure“ kann drei sehr unterschiedliche Aufgaben meinen. Ein System steuert Vertrieb und Installationsaufträge, ein anderes kommuniziert über OCPP mit Ladehardware und ein drittes hilft dem Arbeitsplatzkunden, bereits installierte Ladepunkte zwischen Mitarbeitenden zu teilen. Die richtige Auswahl beginnt mit dieser Trennung.

Drei Softwareebenen, die Installateure auseinanderhalten sollten

Ebene Hauptaufgabe Typische Funktionen
Installateur-/Field-Service-Software Installationsgeschäft betreiben Leads, Vor-Ort-Aufnahme, Angebote, Monteurplanung, Aufträge, Dokumentation, Abrechnung
CPMS / Ladepunktmanagement Verbundene Ladehardware betreiben OCPP, Status, Sitzungen, Remote-Befehle, Diagnose, Firmware, Tarife, Lastmanagement
Arbeitsplatz-Koordination Gemeinsame Ladezeit zwischen Mitarbeitenden organisieren Zugang, Reservierungen, Buchungsregeln, Zeitplan, Verfügbarkeit und unerfüllte Nachfrage

Ein Produkt kann mehrere Ebenen abdecken. Trotzdem sollte die Auswahl am konkreten Problem beginnen.

Ebene 1: Software für das Installationsgeschäft

Diese Systeme helfen beim Verkauf und bei der Ausführung von Installationen. Dazu gehören CRM, Standortaufnahmen, Angebote, Terminierung der Techniker, Fotos, Dokumentation, Abschlussunterlagen und Rechnungen.

Sie unterstützen den Installateur bei der Lieferung des Projekts, entscheiden aber normalerweise nicht, welcher Mitarbeitende später den nächsten Ladezeitraum bekommt.

Ebene 2: CPMS und Ladepunktmanagement

Ein CPMS/CSMS ist zentral, wenn Software direkt mit der Ladehardware kommunizieren muss.

Typische Anforderungen sind:

  • OCPP-Kommunikation;
  • Online-/Offline-Status;
  • Lade- und Messdaten;
  • technische Benutzerautorisierung;
  • Remote-Start/-Stop oder andere Befehle;
  • Diagnose und Firmware;
  • Tarife oder Bezahlung;
  • Smart Charging oder Lastmanagement.

Die tatsächlichen Funktionen hängen stark von Hardware und Plattform ab.

Ebene 3: Arbeitsplatz-Ladezeit koordinieren

Nach der Installation kann ein anderes Problem entstehen: mehrere Mitarbeitende teilen weniger Ladepunkte.

Dann fragt der Kunde:

  • Wer darf welche Ladepunkte nutzen?
  • Wann ist Ladezeit verfügbar?
  • Können Mitarbeitende vor der Anfahrt reservieren?
  • Wie lange darf ein Ladezeitraum dauern?
  • Was passiert bei Stornierungen?
  • Was passiert, wenn die Nachfrage nicht mehr in den Zeitplan passt?

Diese Fragen können auftreten, obwohl Ladehardware und CPMS technisch einwandfrei funktionieren.

Warum ist diese Trennung für Installateure wichtig?

Ein Kunde kann „Lademanagement“ sagen und eigentlich nur eine bessere Verteilung zwischen Mitarbeitenden meinen. Umgekehrt kann eine echte technische Anforderung nicht mit einem Kalender gelöst werden.

Fragen Sie vor der Empfehlung:

  • Muss die Software direkt mit Ladepunkten kommunizieren?
  • Werden Messwerte, Abrechnung oder Zahlung benötigt?
  • Ist Lastmanagement erforderlich?
  • Funktionieren vorhandene Ladepunkte und Backend bereits?
  • Liegt die Reibung bei der Mitarbeiterverfügbarkeit?
  • Sind Reservierung oder Warteliste gefragt?
  • Soll vorhandene Hardware erhalten bleiben?

Können die Ebenen nebeneinander laufen?

Ja. Ein Arbeitsplatz kann sein bestehendes CPMS für Hardwarebetrieb, Sitzungen und technische Authentifizierung behalten und zusätzlich eine leichte Zeitplanung für Mitarbeitende einsetzen.

Eine tiefere Integration lohnt sich erst, wenn ein konkreter Nutzen physische Statusdaten, elektronische Durchsetzung oder Ladepunktbefehle erfordert.

Wo Charge Roster passt

Charge Roster gehört zur Arbeitsplatz-Koordination. Ladepartner können dem Kunden eine gemeinsame Planung für vorhandene Ladepunkte geben, Mitarbeitenden Reservierungen ermöglichen und erkennen, wann die verfügbare Ladezeit nicht mehr ausreicht.

Charge Roster ersetzt kein CPMS, keine Field-Service-Software und kein Lastmanagement und sendet keine OCPP-Befehle an Ladehardware.

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